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2008

Das Blasorchester Oberland Thun erfreute übers Wochenende in Spiez und Thun mit östlichen Klängen. Nach wenigen Proben präsentierten 60 versierte blasende und schlagende Musikanten gehobene Kost der Sparte Blasmusik.

Das ausgebaute Blasorchester Oberland Thun (BOOT) richtete den musikalischen Blick in seinem elften Projekt nach Osten aus. Übers Wochenende liessen 60 versierte Musikantinnen und Musikanten aus dem Berner Oberland im Spiezer Lötschberg- und im Thuner Schadausaal mit auserlesenen Werken einen Ausschnitt aus der reichhaltigen östlichen Kultur erklingen. Nach neun Gesamt- und einer Registerpobe erreichte das BOOT - erstmals unter der Leitung von Rolf Schumacher - Beweglichkeit und konzentriertes Miteinander in anspruchsvollen Werken: gehobene Kost der Blasmusikliteratur.

Ein verrücktes Stück?
Mit spontaner, knackiger Frische stimmte das Blasorchester Oberland Thun in Antonin Dvorak «Carnival-Ouverture» ein. Während die monumentale «Sinfonia Brevis» von Zdenek Lukas für Zuhörende ausserhalb von Expertenkreisen und Kennern als verrücktes Stück bezeichnet wurde, kam das nicht auf dem Programm stehende «Finale» sehr gut an. Beide Werke stammen vom bedeutendsten tschechischen Komponisten der Gegenwart. Seine Inspiration in tschechischen und mährischen Volksliedern kam im Finale zur Geltung.

Perlende Laufwerke
Der zu Beginn etwas dick wirkende Blasorchesterklang verwandelte sich im zweiten Konzertteil zu klarer durchsichtiger Interpretation. In ruhiger, sicherer Art führte Schumacher die Oberländer Bläserinnen und Bläser, Harfe, Piano und sechs Perkussionistinnen und Perkussionisten durch fortlaufende Takt- und Tempowechsel, perlende Laufwerke sowie Farbwechsel zwischen einzelnen Registern.

Vitalität, Frische und effektvoll eingesetzte Instrumente überzeugten in der «Ouverture zur Oper Colas Breugnon». Der Russe Dmitri Kabalevsky vertonte einen Rückblick auf das bewegte Leben des burgundischen Bildhauers im 17.Jahrhundert. Ungarisches, Zigeunerhaftes verwob sich in den witzigen «Bottle-Dances» von Farkas Antal. Als ein spezielles Hörerlebnis entpuppte sich die «Spartakus-Suite» des bekanntesten armenischen Komponisten Aram Khatchaturian. Das Ballett basiert auf dem historischen Ereignis des grossen Sklavenaufstands in Rom, 74 bis 71 vor Christus. Das Werk bleibt mit dem Kampf für die Rechte unterdrückter Völker der heldenhaften Persönlichkeit Spartakus bis heute aktuell. Die Verknüpfung von armenischer, georgischer und aserbaidschanischer Volksmusik sowie solistische Einsätze im gesamten Aufbau liessen aufhorchen.

Den stürmischen Applaus verdankte das BOOT mit leichtfüssig gespieltem Marsch.

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