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2009

Mit Präzision und Gefühl: Das Blasorchester Oberland Thun studierte in intensiven Proben ein Programm auf hohem Niveau ein. Liebhaber origineller und experimenteller Leckerbissen kamen in Spiez voll auf ihre Rechnung.

Wegen des geplanten Umbaus des Schadausaals fanden beide Konzerte im Spiezer Lötschbergsaal statt. «Ideal wären zwei verschiedene Konzertlokale, aber bei unserer Planung war der Baubeginn unklar», sagte Eva Feuz, OK des Blasorchesters Oberland Thun (BOOT). Die Konzerte fanden im Vergleich zum Vorjahr mehr Beachtung. Das spezielle Programm mit Werken von Philip Sparke und Alfred Reed sowie den Sinfonischen Tänzen aus der «West Side Story» packte die 60 versierten und engagierten Musiker und Musikerinnen.

Wicki sorgte für Motivation
Nach rund zehn Proben versetzte das ausgebaute Blasorchester mit präzisem und spassvollem Spiel die Zuhörenden ins Staunen. Es wartete in seinem 12.Projekt mit hochstehender Kost sinfonischer Blasmusik auf. «Es herrschte stets eine gute Stimmung, und unser Motivator Ludwig Wicki probte mit Enthusiasmus und Spass mit uns», lobte Cornelia Kindler vom Klarinettenregister.
Japanisch und schwungvoll erklang der Auftakt. Die Entdeckung Neuseelands präsentierte das BOOT in Philip Sparkes «Aotearoa, The Land of the Long White Cloud». Graziöse Klänge vermischten sich in farbigem Wechselspiel zwischen den Registern. Der Funke sprang vom Dirigenten zum Blasorchester und ins Publikum über.

Plädoyer für den Frieden
Das Blasorchester sorgte mit einem spektakulären und aktuellen Werk von Jan van der Roost für viel Spannung. Das Publikum erlebte, wie der Belgier mit aussergewöhnlichen musikalischen Mitteln «Et in Terra Pax» verarbeitete. Das eindringliche Gebet für Frieden kam im vokalen Teil der Ausführenden zum Ausdruck. Als wirkungsvoll entpuppte sich das eingeflochtene Sonett mit den passenden Worten des englischen Dichters Charles Hamilton Sorley über die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges. Unter die Haut gingen die Klangausbrüche und traurigen Melodien zum Thema «Frieden auf Erden». Ein unruhiges Allegro wurde durch eine choralartige Passage voller Ruhe unterbrochen. Und immer wieder die mahnenden Worte «Et in Terra Pax». Die Interpretation stellte an alle Mitglieder hohe Anforderungen, denen sie gewachsen waren.

Schwung aus den 50ern
Ein weiterer Höhepunkt und zugleich die letzte Station der Weltreise bildete das bekannteste Werk des Abends: Leonard Bernsteins Sinfonische Tänze aus der «West Side Story». Klavier, Harfe, Perkussion, Holz- und Blechinstrumente vermittelten in fliessendem Taktwechsel zusammen mit Effekten wie Klatschen das Lebensgefühl der Amerikaner in den 50er-Jahren. Der homogene Klangkörper des Blasorchesters hinterliess dynamisch wie rhythmisch einen ausgezeichneten Eindruck.

Heidy Mumenthaler - Berner Oberländer, 24. Februar 2009

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