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2011

Spiez: Das Blasorchester Oberland Thun wartete übers Wochenende im Lötschbergsaal mit hochstehender Kost sinfonischer Blasmusik auf. Das Programm stand ganz im Zeichen des Elements Luft und beinhaltete auch Strömungen der Gegenwart.

Das Publikum erlebte im Spiezer Lötschbergsaal übers Wochenende ein auf hohem Niveau spielendes Blasorchester Oberland Thun (Boot). Unter der Leitung von Blaise Héritier aus Moudon VD boten 60 motivierte Musiker und Musikerinnen nach kurzer Probephase ein sinfonisches Konzerterlebnis. Das Programm des Spiezer Doppelkonzertes enthielt auch
Strömungen der Gegenwart.
Das ausgebaute Blasorchester - mit Holzbläsern von Flöte, Oboe, Englischhorn, Fagott, Saxofon bis Kontra-Alt und Bassklarinetten sowie Blechbläser von Trompeten über Horn bis Tuba und Perkussion mit Sechsermannschaft - erweiterte sich mit gestrichenem und gezupftem Kontrabass, miteiferndem Klavier (Christoph Zbinden) und Harfe (Rilana Stöckli).

Tiroler Freiheitskämpfer
Das Programm war dem Element Luft gewidmet. Zum Auftakt des Konzertreigens versetzte das Orchester in «Mantua - die Freiheit des Adlers» die Zuhörer mitten in das Jahr 1809. In filmmusikalischen Bildern beleuchtet der Österreicher Otto M. Schwarz verschiedene Lebenssituationen des Volkshelden und Freiheitskämpfers Andreas Hofer, der den Tiroler Aufstand in mehreren siegreichen Schlachten anführte, verhaftet und in Mantua hingerichtet wurde. Wuchtig kam der Mythos Andreas Hofer zum Ausdruck.
Eine Oase bildete das ruhig- feierliche «Adagio for Winds» von Jan Van der Roost. Dem Blasorchester gelang es, eine eindrucksvolle klangliche Atmosphäre zu bieten.

Farbiges Wechselspiel
Eine Vielzahl an Facetten und Klangfarben der Instrumente zeigte sich in unterschiedlichem Über- und Nebeneinander mit Effekten. Witzig entpuppte sich «Der Wind in den Weiden», nach einem Roman, den der englische Kinderbuchautor Kenneth Grahame 1908 veröffentlichte. Der Maulwurf flieht vor dem Frühjahrsputz und freundet sich am Fluss mit einer Ratte an. Diese stellt ihm den Kröterich vor, der versessen auf technische Errungenschaften wie Autos ist. Dazu gesellte sich der Dachs. Eindrücklich brachte das Orchester die Charaktere der Tiere zu Gehör - erzählend auf die Instrumente übertragen, von fein verzaubert bis gewitterhaft.

Alle wurden gefordert
Gespannt lauschte das Publikum Impressionen einer Komposition von Thomas Doss. Das bewegende Werk über die Geschichte des berühmten Starrluftschiffs stellte an Ausführende und Zuhörende eine gesunde Herausforderung und forderte eine wache Aufmerksamkeit. Die Zeppelin-Sinfonie entstand zum 100-Jahr-Jubiläum der Zeppelin-Stiftung. Jedes Register erfüllte seine Aufgabe, den Grafen Zeppelin - seine Besessenheit und Idee - zu beschreiben. Das Thema des ersten Satzes spannte sich durch das rund 30-minütige Werk.

Erst wuchtig, dann lieblich
Konzentriert gab das Orchester unter Führung des Dirigenten romantische,  impressionistische und zeitgenössische Elemente wieder. Mit vielen Abstufungen wurde die Vision des Grafen Zeppelin umspielt. In der Wucht eines Bruckner-Scherzos folgten die Entstehung, die ersten bejubelten Flüge sowie der Einsatz während des Zweiten Weltkrieges bis hin zum Aus des Zeppelins. Im 3. Satz liess sich das Publikum in eine andere Welt entrücken, das Orchester entzückte mit leiser Dynamik.

Kraftvoll und wuchtig drückte sich der Luftkrieg und jubilierend das Aufleben des Zeppelins aus. Auf den fordernden Applaus folgte schliesslich die Zugabe mit dem «Graf-ZeppelinMarsch».

Heidy Mumenthaler - Berner Oberländer, 28. Februar 2011

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