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2012

Spiez/Thun: Über das Wochenende erlebten Freunde sinfonischer Blasmusik das Blasorchester Oberland Thun (Boot) voll in seinem Element: Es widmete sich in auserlesenen Werken der Natur wie Feuer, Wasser, Luft und Erde.

Erfrischend, feurig, einfühlsam erlebten Zuhörende im Spiezer Lötschbergsaal und im Thuner Schadausaal das Blasorchester Oberland Thun (Boot). Unter der Leitung von Blaise Héritier aus Moudon VD präsentierten sich übers Wochenende 55 motivierte Musiker und Musikerinnen nach sehr kurzer Probephase in ihrem Element und boten ein sinfonisches Konzerterlebnis besonderer Art: ein Programm mit auserlesenen Werken, den vier Elementen gewidmet.

In ständiger Bewegung
Zum Auftakt des «Naturspektakels» entfachte das Boot mit «Fire Dance» brodelndes Feuer. Lebendig, energisch in kräftigem harmonischem und rhythmisch komplexem Stil übertrugen Bläser und Perkussionisten den Feuertanz von Elliot del Borgo. Als Gegenstrom des Feuers folgte das Element Wasser in allen Facetten: vom friedlich plätschernden Bächlein bis zum schäumenden Fluss und zu den Wellen des Meeres. Elegant fein brachten Holzbläser in «Water Music» des Engländers Sir Malcolm Arnold die Schönheit und Leidenschaft des Wassers ins Spiel, prägnant und erquickend. Brillant in voller Frische setzten Blechbläser und Perkussionsregister ein.

In ständiger Bewegung, als ob vom Wind getragen, spielte das Boot in «Wind Borne» des israelischen Komponisten Avner Hanani auf. Dem Blasorchester (Windmusic) gelang es, einem den Wind um die Ohren pfeifen zu lassen. In hauchendem, sanftem, weichem und warmem tonalem Beginn von Harfe, Klavier, Holzbläsern und Xylofon über synkopisierte Rhythmen und Akzente folgten Windformen bis zum kräftigen Sturm.

Bis zum entfachten Vulkan
Munterkeit und Lebenslust des Volkes in tänzerisch galanter Art, Ruhe und Schönheit der Natur mit Saxofonsolo, gedämpften Trompeten, Klavier und Harfe bis zum brodelnden Vulkan interpretierte das Blasorchester zusammen mit dem einfühlsam miteifernden Pianisten Christoph Zbinden und der Harfenistin Rilana Stöckli das Element Erde im dreiteiligen Werk «Volcano» des Belgiers Jan van der Roost. Aufmerksam, motivierend, stets in wachem Augenkontakt zu den Musizierenden führte Blaise Héritier das Blasorchesterrund durch Takt- und Tempowechsel und sorgte für präzise Einsätze. Auffallend waren die gelöste Spielfreude und die ausgestrahlte Ruhe von Musizierenden und Dirigent. Mit Philip Sparkes erster Sinfonie «Earth, Water, Sun, Wind» liess das Boot das wohlklingende sinfonische Konzerterlebnis ausklingen. Dem Blasorchester gelang konzentriert und in sämtlichen Farbfacetten eindrucksvolle klangliche Atmosphäre der vier Elemente zu bieten und verschiedene Glanzpunkte zu setzen. Im Mittelpunkt des Monumentalwerks stand das Verhältnis der Menschen zu den elementaren Kräften der Natur.

Lang anhaltender Applaus wurde mit wohltuender Zugabe verdankt: Johann Sebastian Bachs Choral «Jesu, meine Freude» wirkte wie von einer Kirchenorgel gespielt. «Trotz neuzeitlichen Werken war die Musik gut verständlich, die Charaktere von Feuer, Wasser, Wind und Erde wurden nachvollziehbar zu Gehör gebracht», lobte eine Besucherin.

Heidy Mumenthaler - Thuner Tagblatt, 20. Februar 2012

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