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2015

KLASSIK Am Wochenende stellte das Blasorchester Oberland Thun in Spiez und Thun die Klarinette ins Zentrum. Als Solist wirkte Dimitri Ashkenazy. Dirigent Hervé Grélat glückte mit 58 Musizierenden ein vielfältiges Klangspektrum.

Dass der jurassische Dirigent Hervé Grélat die 58 Bläserinnen und Perkussionisten des Blasorchesters Oberland Thun (BOOT) in zehn Proben zu einer Spitzenleistung motivieren konnte, war aus dem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm zu hören. «Es ist eines der besseren Projekte», freute sich Reto Künzler, der ein selten anzutreffendes Instrument, die Kontra-Altklarinette, spielte. «Dies verdanken wir dem grandiosen Einsatz aller Mitwirkenden. Ohne diese Begeisterung und Motivation wäre es unmöglich, zwei so gute Konzerte zu bieten.»

Jüngstes Holzblasinstrument
Das BOOT widmete sich in Thun vor einer erfreulichen Anzahl Zuhörenden und am Vorabend in Spiez vor durchschnittlichem Publikumsaufmarsch dem jüngsten Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt und zylindrischer Röhre. So stieg im KKThun die zweite Clarinettissima. Wie faszinierend die Klarinette mit dem grösstem Tonumfang aller Blasinstrumente als Soloinstrument wirkt, zeigte Solist Dimitri Ashkenazy. In den Clarinet Concertos von Philip Sparke und Artie Shaw brachte er die charakteristische Beweglichkeit und Vielseitigkeit zur Geltung. In Sparkes Rag-Stil purzelten Synkopen. Filigran wirkte «Chalumeau» im Dialog zwischen Soloklarinette und Blasorchester. In Be-Bop-Art trat die jazzige Seite in den Vordergrund. Ausdrucksstark wurde ins zweite Clarinet Concerto eingestimmt. Es folgte ein Boogie-Woogie. Eine dramatische Kadenz, das atemberaubende, intensive Wechselspiel zwischen Solist und BOOT liess aufhorchen und sorgte für kräftigen Beifall.
Ein spezielles Erlebnis entpuppte sich in den verzaubernden «Monastery Pictures» von Mario Bürki. Das BOOT-Klarinettenensemble umschrieb Stimmungen um das Kloster Wettingen: Alt- und Bassklarinette als musizierende Engel, auf den Klarinettenchor übertragene Orgelklänge, ruhige Atmosphäre im Klostergarten und hektisches Treiben der Schüler in den Gängen des altehrwürdigen Klosters.

Komponist war anwesend
Nebst dem jungem Instrument kam eine junge Komponistengeneration zum Tragen. Oliver Waespi mischte sich unter das Publikum und genoss die Aufführung seines viersätzigen, rund halbstündigen Werkes «Temples». Es wurde 2006 in Interlaken uraufgeführt. Eindrücklich interpretierte das BOOT die von Tempelruinen inspirierte Komposition. In der Mischung der Farbregister, vielseitigem Einsatz von Perkussionsinstrumenten, rasanten Tempo- und Taktwechseln und im Saal verteilten Bläsern kamen Erwachen des Lebens, Krieg, Aufopferung und Neuanfang zum Ausdruck. Komponist, Dirigent und insbesondere das Publikum waren mit der musikalischen Qualität mehr als zufrieden.

Heidy Mumenthaler - Thuner Tagblatt und Berner Oberländer, 17. Februar 2015

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